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TALENTSUCHE | Führungsetagen ohne Nachwuchs

Ein weiterer Treiber liegt in der demographischen Entwicklung: 2007 stehen etwa 50 Prozent weniger 35jährige im Wettbewerb um attraktive Positionen als noch vor fünf Jahren. Der legendäre Pillenknick erreicht die Führungsetagen. Doch nicht nur das. Gleichzeitig bereiten sich die geburtenstarken Jahrgänge auf ihre Verabschiedung in das wohlverdiente Leben nach der Erwerbstätigkeit vor. Die Unternehmen werden in kurzer Zeit sehr viele erfahrene und sehr gut ausgebildete Mitarbeiter und Führungskräfte verlieren.

Auch zeigt sich: Es hat Spuren in den Köpfen der Mitarbeiter hinterlassen, als Banken in den Krisenjahren die traditionelle gegenseitige Loyalität in der Branche gekündigt haben. Im zunehmenden Wettbewerb um die richtigen Talente ist seit einigen Monaten deutlich festzustellen, dass nun auch die bisher gewohnte Loyalität gegenüber den Arbeitgebern - Einsatz und Nibelungentreue gegen (nicht mehr vorhandene) Jobsicherheit - drastisch abnimmt. Die Zahl derjenigen, die sich „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" oder mit „einiger Sicherheit" bemühen werden, 2007 eine neue Herausforderung zu suchen, ist nach Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer außerordentlich hoch.

Gleichermaßen ist die Zahl der Bewerber sprunghaft gestiegen, die mit einem attraktiven schriftlichen Angebot eines neuen Arbeitgebers in der Hand doch noch dankend ablehnen, um das noch bessere Angebot eines Dritten anzunehmen. Die raue Wirklichkeit der raschen Marktveränderung kommt in den Köpfen der einsamen Entscheider nur sehr langsam an. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Talent und Führungsnachwuchs wird zum entscheidenden Produktivitätsfaktor. Restrukturierung und Automation sind ausgereizt, das Managen der Talente wird zum Megatrend.