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LEBENSLAUF MIT WIRKVERSTÄRKER

Ihr aktueller Arbeitgeber, Ihr aktueller Job folgt auf der nächsten Seite. Bitte beschreiben Sie Ihren Arbeitgeber, stellen Sie ihn vor. Manche werden ihn nicht, oder nur oberflächlich, kennen und werden deshalb die Dimension Ihres aktuellen Jobs überhaupt nicht einordnen können. Wenige (kursive) differenzierende Sätze, ein Link zur Website, die Einordnung in Branchen-Rankings reichen aus.

Welche organisatorische Rolle nehmen Sie ein? An wen berichten Sie?

Welche Erfolge haben Sie erzielt? Abstrakt oder mit konkreten Zahlen. Denken Sie bei der Formulierung an die Erwartungen des Lesers. Ihre heutigen funktionalen Zuständigkeiten interessieren wenig. Was interessiert, ist die Frage, ob Sie beim neuen Unternehmen ähnliche, - oder besser noch - größere Erfolge erzielen werden. Überlegen Sie intensiv, wie sie die Glaubwürdigkeit Ihrer Erfolge und die Wahrscheinlichkeit erneuter Erfolge untermauern können. Denken Sie beispielsweise an CAR: Challenge, Action, Result.

Wie groß ist Ihr Verantwortungsbereich und welche tatsächliche Ergebnisverantwortung tragen Sie?

Wenn Sie fachliche Kenntnisse darstellen möchten, dann bitte richtig! Die Begriffe „Origination" oder "Risk Management" sind oft nur im Kontext der eigenen Organisation zu beschreiben. Ohne inhaltliche Beschreibung sind sie ohne Aussage. Seien Sie bitte präzise. Geschäftsentwicklung in welchen Märkten, mit welchen Kundengruppen, in welchen Größenklassen, wie im Markt eingebunden?

Portfoliosteuerung nach welchen Kennziffern, in welchen zeitlichen Dimensionen, mit welchen Informationsgehalten, für welche Gremien?

Im Prinzip verfassen Sie für jeden relevanten Arbeitgeber oder Job eine eigene Seite. Wenn die Jobs weit zurückliegen oder für die angestrebte Rolle von geringer Bedeutung sind, können die Informationen sehr stark gekürzt oder zu Gruppen zusammengefasst werden.

Wenn Sie viele Arbeitgeber gesehen haben, dann geben Sie dem Leser einen besonderen Halt: Sie gliedern Ihren CV in drei Teile. Zeiten der fachlichen Fundierung, Erste Führungsrollen, Aufgaben mit besonderer Verantwortung. Entkräften Sie den gefühlten „horror loyalis" der Bürokraten: „Viele Wechsel verkünden geringe Loyalität und hohe finanzielle Motivation."

Ihre akademische oder berufliche Ausbildung verdient eine eigen Seite, wenn es darauf ankommen kann. Wenn Sie zu den Besten Ihres Jahrganges zählen, dann machen Sie es bitte deutlich.

Wenn Sie ein Thema/ Fach besonders beherrschen, und Sie die Erwartungen der Leser damit treffen, dann gehört dies in Ihren CV.

Falls Sie im Ausland waren und daraus Erfahrungen und Kompetenzen erwachsen sind, ebenfalls.

Ihre schulische Bildung ist Ihnen eine Zeile wert. Der Dienst für die Gesellschaft ebenfalls.

CV nice to have's

Falls Ihr Lebenslauf Anlass dazu gibt, sollten Sie, beispielsweise bei einem kurzfristigen Wechsel, Auskunft über Ihre Wechselmotive geben. Im Interview werden Sie sonst bestimmt danach gefragt. Wenn Sie ein Wechselmotiv nennen, dann immer positiv „hin zu" und niemals negativ „weg von".

Manchmal ist ein „Lessons-Learned-Absatz" sinnvoll, z.B. wenn Sie nach einer Auslandstätigkeit zurückkehren.

Unter der finalen Überschrift private Interessen öffnen sich gelegentlich Abgründe: fünf exotische und zeitintensive Hobbies gleichzeitig, sehr gefahrgeneigte Sportarten, Mitgliedschaften in Organisationen ohne Bezug zum CV, die eigenen Kinder werden zum Hobby erklärt.

Wenn Sie es in Ihrem CV bis zu dieser Stelle nicht geschafft haben, Ihre Persönlichkeit, Ihren Charakter und Ihren beruflichen Anspruch darzustellen, dann wird das mit einer letzten Zeile auch nichts mehr.

Wenn Sie einen Schlussakkord setzen möchten, im Sinne einer Aufforderung an den Leser zum Handeln, dann formulieren Sie Ihr persönliches Kernmotiv für einem Wechsel genau synchron mit den Erwartungen des Lesers.

CV add on's

Track Records, Arbeitsbeispiele, Referenzen und Testimonials sind ebenfalls sinnvoll, wenn es darauf ankommen kann.

Seminare und berufliche Fortbildungen nehmen Sie bitte nur dann auf, wenn diese eine echte Relevanz haben. Langweilige Listen unspektakulärer Tagesseminare differenzieren Sie nicht. Im Gegenteil: Wenn die Seminare prominenter dargestellt sind als die akademische Ausbildung dann stimmt etwas nicht.

Arbeitszeugnisse versenden Sie grundsätzlich erst dann, wenn Sie sicher sind, dass Sie zum engeren Kandidatenkreis zählen oder wenn Sie dazu vor einem Interview aufgefordert werden. Grundsätzlich verwenden Sie Zeugnisse nur dann, wenn diese eine positive Bewertung haben.

Stellen Sie sicher, dass die beruflichen Zeugnisse für den zukünftigen Leser positiv formuliert sind. Bieten Sie Ihrem Vorgesetzen initiativ an, das Zeugnis selber vorzuformulieren.

Seien Sie beim Wechsel absolut kompromisslos bei negativen Bewertungen Ihrer Vorgesetzen. Über 70% aller Zeugnisklagen werden zugunsten der Arbeitnehmer entschieden.

 

Wenn Sie sich die große Mühe gemacht haben und nun über eine tolle Frontseite, mehrere Jobseiten, eine Ausbildungsseite und einen substanziellen Track Record verfügen, dann erwarten Sie bitte nicht, dass dieser CV für mehrere Bewerbungen passen wird.

Ein wirksamer CV ist oft die Regieanweisung für ein gelungenes Interview. [fiese Interviewfragen >> Das Kandidatenverhör] Wenn Sie sich bei der Planung Ihrer Karriere auf die Seite des Lesers begeben, dann wissen Sie, dass jeder Leser individuell „bedacht" werden will.