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HIGH POTENTIALS | Die Chefs von Morgen

Unternehmen können sich schon heute auf den War for Talents II vorbereiten und sich durch ein herausragendes Talentmanage-ment ihre Wettbewerbsvorteil sichern. Es gibt dabei drei Hebel am Personalmarkt:

- Talente gewinnen:
Das Rekruiting hat sich bei vielen Unternehmen in den vergangenen Jahren signifikant verbessert und professionalisiert. Doch das allein ist viel zu wenig. Der entscheidende Faktor ist, sich vom Wettbewerb abzuheben und zu differenzieren. Vor allem aber eine Marke als Arbeitgeber - einen Employer Brand - zu entwickeln. Spitzennachwuchs bekommt ein Unternehmen, wenn es zielgruppenspezifisch sucht. Voraussetzung für einen Employer Brand ist, dass das Top-Management Visionen entwickelt, verständlich kommuniziert, Ziele definiert und Leadership vorlebt. Brilliante Menschen wollen mit ihres Gleichen zusammen sein. Sie suchen kreative Kompetenz, Innovationen und Ideen. Leadership ist hoch attraktiv für Talente und fördert deren Loyalität.

- Talente fördern
Die meisten Unternehmen verwenden zur Talentförderung die Gießkanne oder den Standard-Werkzeugkasten, nämlich Führungsseminare über Führungsseminare. Das Ergebnis ist ernüchternd. Talente wollen gefördert werden. Aber Förderung heißt auch Fordern. Die Besten sollten nicht mit Seminaren gefüttert werden, sondern mit Projekten, die sie fordern. Die Personalverantwortlichen sollten den Besten stets maßgeschneiderte Werkzeuge mit auf ihren Weg geben. Und vor allem: Die einzelnen Instrumente und der Projektfortschritt sollten regelmäßig bewertet werden. On-the-job ist oft wichtiger als Off-the-job.

- Talente halten
Es ist oft erstaunlich, mit welchem Aufwand Unternehmen versuchen, Talente zu rekrutieren und zu fördern. Dabei verfügen mehr als zwei Drittel der Unternehmen über keinerlei Kontrollsystematik, um die Entwicklung ihrer Talente zu überwachen. Die höchste Fluktuationrate liegt bei den High Potentials und die Ursachen dafür noch im Dunkeln. Retention Management, also die Mitarbeiterbindung, wird in Unternehmen häufig unterschätzt. Nur rund ein Drittel der Unternehmen erheben Kennzahlen, aus denen eine zielgerichtete und nachhaltige Steuerung der Mitarbeiterbindung abgeleitet werden könnte. Nur 15 Prozent stellen dafür ein eigenes Budget zur Verfügung.